Ein erfolgreicher Lern-Tag in der ZAM-Holzwerkstatt
Längsholzschneidbrett bauen mit Meister Lukas
In nur einem Tag hat uns Schreinermeister Meister Lukas angeleitet, an den professionellen Maschinen in der ZAM-Holzwerkstatt aus sägerauhen Brettern ein handliches Küchenschneidbrett zusammenzusetzen.
So heißt der Tageskurs, den das ZAM – Zentrum für Austausch und Machen in Erlangen seit kurzem anbietet. Mit zwei weiteren Interessierten habe ich teilgenommen. Hauptsächlich geht es um den sicheren und fachgerechten Umgang mit den großen Maschinen in der ZAM-Holzwerkstatt, wie Formatkreissäge, Hobelmaschine, Bandsäge, Bandschleifer und kleineren Maschinen wie Handfräser und Exzenter-Schleifer. Da gab es viel zu lernen. Am besten geht Lernen beim Selber-Machen. Die Aufgabe dafür lautete: Baue ein Küchenschneidbrett aus den bereitgestellten sägerauen Hölzern. Jeder kann eigene Gestaltungsideen einbringen. Das Brett soll aber aus verschiedenen Hölzern verleimt sein.
Wer Holz verarbeitet, soll sich auch mit (externer Link) Kernholz. Splintholz, Kambium, Bast und Borke auskennen. Meister Lukas hat uns gezeigt, wie man am Brett die Unterschiede erkennen kann, und warum man Kernholz gern außen einsetzt.
Nach der Planung, wie man aus den rauhen Brettern die notwendigen Streifen am besten schneidet, ging es dann auch schon los: Die zwei verschiedenen Holzarten wurden an der Fomatkreissäge grob zugeschnitten. Zuvor gab es noch eine Einweisung zu den jeweils passenden Sägeblättern – grob für Längsschnitte und fein für Schnitte quer zur Holzfaser – mit dem Vormachen des recht einfachen Sägeblatt-Wechsels. Und natürlich auch zum sicheren Umgang mit der Säge, wie auch zu ihren Gefahren!
Alle Streifen sind gesägt. Jetzt geht es an die Abrichtmaschine. Zunächst wieder mit fachmännischer Einführung zum „Abrichten“ und „Fügen“, und zur richtigen Handhabung des Werkstücks.
Nach dem Umbau der Hobelmaschine kam das „Auf-Dicke-Hobeln“ der Streifen. Lukas zeigte uns, wie man erkennt, ob gegen oder mit den Fasern gehobelt wurde. Eine von uns aufgebrachte Markierung an einem Ende gibt die Lauf-Richtung fürs endgültige Hobeln an.
Nun war alles fürs Verleimen bereit.
Der Holzleim muss in 8 Minuten fertig verarbeitet sein. Deshalb alles vorher bereitlegen, was man dafür braucht: Große Zwingen, eine ebene Unterlage, Hölzer in der richtigen Reihenfolge.
Den Leim auf alle Teile einseitig auftragen, dann in der geplanten Reihenfolge zusammenlegen und mit Spannzwingen zusammenpressen.
Den rausquellenden Leim noch abwischen, damit die Messer der Hobelmaschine geschont werden. Nach einer Stunde ist der Leim so weit abgebunden, dass die Teile weiterverarbeitet werden können. Zeit für unsere Mittagspause.
Die grob zugeschnittenen Bretter sind verleimt. Jetzt wird erst eine Seite abgerichtet, dann die andere Seite auf Dicke gehobelt. Nun wird das Brett auf Länge geschnitten.
Einige haben die äußere Form mit Bandsäge und Bandschleifer abgerundet. Anschließend wird eine Phase mit der Oberfräse an den Brettkanten gefräst.
Noch ein letzter Oberflächenschliff mit dem Exzenterschleifer, dann geht es ans Einölen mit einem lösemittelfreien Leinöl-Wachs.
Es ist Abend. Pünktlich zum Feierabend liegen alle Arbeitsstücke fertig auf dem Tisch! Die Teilnehmenden sind glücklich! Wir haben heute richtig viel gelernt – und gleich angewendet.
Ich bin sehr dankbar für diesen ansprechenden Kurs von Lukas!
Ich hätte diesen Kurs schon vor Jahren machen sollen. Mit dem Wissen wäre mein bisheriges Bauen mit Holz leichter und perfekter geworden. Natürlich ersetzt das keine Schreiner-Lehre, aber die Gelegenheit zum Selbst-Ausprobieren an professionellen Großmaschinen führte mich zu intensiven Lern-Erfahrungen, die meine zukünftigen Holzarbeiten begleiten und erleichtern werden.
So kann das Lernen im ZAM starten.
Jetzt darf es auch weitergehen: Wir drei haben nun den „Großmaschinen-Schein der Holzwerkstatt“. Damit dürfen wir zu den Öffnungszeiten weitere eigene Projekte realisieren. Unser Bedienungs-Lernen war die ausführliche Form im Ein-Tages-Kurs. Wer nicht so viel Zeit hat, kann die Berechtigung zum Umgang mit diesen Maschinen auch beim „Großmaschinengrundkurs mit Schreinermeister Lukas“ an einem Abend erreichen. Alle Infos zur ZAM-Holzwerkstatt findest Du hier. Vielleicht sehen wir uns mal in der ZAM-Werkstatt?